Lake Creek / Yentna River (Alaska)

 

Im Sommer zog es uns nach Alaska in den Denali Nationalpark. Alaska verbinden wir Angler direkt mit unendlichen Weiten, unberührter Natur und natürlich mit Lachsen. Genau diesen wollten wir dort nachstellen. Die Angelsaison beginnt hier im Mai und endet im August. Wir hatten uns den Juni herausgeguckt, der als Top-Monat für den Königslachs (King Salmon), der größten Lachsart Nordamerikas, gilt. Einzelgewichte bis über 50 Pfund sind möglich. Aber dazu später mehr…


Yentna River, Alaska. Der Yentna River vom Wasserflugzeug.

Wir buchten eine Tour über Kingfischer Angelreisen. Die Reise war top vorbereitet, es fehlte an nichts. Wir landeten schwer bepackt in Anchorage, übernachteten dort und flogen dann mit dem Wasserflugzeug zur Cottonwood Lodge an der Mündung des Lake Creeks in den ungleich größeren Yentna River. Bereits diese kurze Passage von 65 Meilen war einfach nur beeindruckend. Der Pilot nannte seine Maschine sein Baby. Sein Baby war allerdings schon in die Jahre gekommen, was nicht heißen soll, dass an dem Flugzeug irgendetwas auszusetzen war. Im Gegenteil. Das Ding hatte noch einen alten Sternmotor. Das Anspringen der einzelnen Zylinder bereitet einem, auch wenn man kein Motorfreak ist, sofort Vergnügen. Und wenn dann erst mal beim Start richtig Gas gegeben wird und das Gefährt sich in die Luft hebt, heben sich deine Mundwinkel ohne Zögern in die gleiche Richtung.


Wir schwebten langsam über die Wälder des Nationalparks und konnten uns nicht sattsehen. Nach einem viel zu kurzen Flug landeten wir unmittelbar am Ufer unserer Lodge, die wir nach einem kurzen Fußweg erreichten und in der wir erst einmal unser Quartier bezogen. Die Unterkünfte waren recht einfach, aber sehr zweckmäßig gehalten. Seine Frau sollte man hierhin aber besser nicht mitnehmen.


Denali Nationalpark, Alaska. Ein Flüsschen im Nirgendwo.

Wir wollten natürlich direkt los ziehen und angeln und deckten uns vor Ort schnellstmöglich mit den erforderlichen Angellizenzen und Ködern ein. Die erste Tour machten wir mit einem Guide, der uns die besten Stellen und die Erfolg versprechensten Angelmethoden zeigte. Es zeigte sich schnell, dass wir mit einer Spin-n´-Glow Montage, die mit einem schweren Blei auf Tiefe gebracht wird, richtig lagen. Das Blei sollte wegen der starken Strömung locker 100 Gramm haben. Das Blei wird über einen Dreifachwirbel im rechten Winkel so nach unten angebunden, dass die Montage handbreit über Grund läuft. Der Köder selbst wird über ein Vorfach von 1,00 bis 1,50 Meter Länge als Verlängerung der Hauptschnur an den Dreifachwirbel angebunden. Es dauerte nicht lange, da hatten wir mit dieser Montage unseren ersten Lachs am Haken. Und es sollte nicht unser letzter sein. Allerdings musst du dir im Klaren sein, wenn du jeden Fisch entnehmen willst: nach fünf Stück ist Schluss. Dann ist dein Angelurlaub zu Ende. Die Kontrollen und Strafen in Alaska sind sehr streng. Wir haben selbst miterlebt, dass sich die Behörden die Tiefkühlfächer angesehen haben. Daher achten die Mitarbeiter der Lodge sehr darauf, dass jeder Fisch seinem Fänger zugeordnet werden kann.


King Salmon, Lake Creek. Sie sind hier an der Tagesordnung...

Abends wurden wir dann in der eigentlichen Lodge, die als Treffpunkt und Speiseraum genutzt wird, rundum verwöhnt. Am nächsten Morgen gab´s dann Spiegelei over-easy mit Speck und dann ging´s direkt wieder los. Es lagen ausreichend motorisierte Boote am Strand, mit denen man nach vorheriger Absprache auch auf eigene Faust losziehen konnte. Das lockte uns mehr als ein Guide, der für einen alles macht und im Zweifel für einen auch noch den Fisch drillen würde. Aber das Betüddeln empfindet der Amerikaner als normal. Für uns Europäer war dieser Service, wenn er denn Überhand nahm, etwas befremdlich und so konnten wir erreichen, dass wir den ganzen Urlaub für uns alleine angeln konnten. Besonders im Lake Creek unweit der Lodge waren wir sehr erfolgreich und man konnte sich von den anderen Booten etwas abnabeln und die Natur ungestört genießen. Wir hatten unglaubliches Angelglück. An manchen Tagen fingen wir bis zu drei dicke Brummer, unser Größter wog über 40 Pfund.

Die Kings, die erst seit kurzer Zeit vom Pazifik die Flüsse hochgezogen waren, waren noch silberblank und hatten teilweise sogar noch Salzwasserparasiten auf der Haut, die dann aber bereits nach kurzer Zeit vom Fisch abließen bzw. abfielen. Auf diese Burschen hatten wir es besonders abgesehen. Ihr Fleisch ist von bester Qualität und ihre Drills bis heute unvergesslich. Die Lachse, die sich schon länger in dem Süßwasser einzelner Pools aufhielten, veränderten ihre Farbe zunehmend ins Rötliche. Die Qualität des Fleisches nimmt dann etwas ab. Aber einen gefärbten tollen Fisch kann man ohne weiteres noch mit Lust essen.


Yentna River, Denali Nationalpark. Prächtige Königslachse.

Die gefangenen Lachse konnte man sich von einem Mitarbeiter direkt filetieren lassen (soviel zum Service) oder das auch selbst erledigen, soweit man dann noch ausreichend Lust und Kraft hatte. Denn so ein Angeltag nagte doch ganz schön an unseren Reserven. Wir nahmen auch teilweise das Angebot an, dass der gefangene Lachs gegen geräucherten Lachs von der Räucherei Alaska Sausage in Anchorage eingetauscht wurde. Wir können das nur empfehlen. Dieser Lachs ist geschmacklich der Hammer, extrem lange haltbar und vor allem in praktische kleine Päckchen abgepackt. Die Fische, die wir uns haben einfrieren lassen, hatten noch solche Größen, dass man sie nicht mal eben zubereiten konnte, sondern da mussten sich schon einige Esser finden, damit nichts übrig blieb.
Als weiterer Top-Köder erwies sich der Kwikfish. Diesen Wobbler brachten wir auch mit der voran beschriebenen Bleimontage auf Tiefe, allerdings muss man dann die Verbindung vom Blei zum Dreifachwirbel als Abstandhalter zum Boden etwas länger wählen, damit der Köder ausreichend Raum für sein Köderspiel hat und nicht permanent den Grund berührt.

An einem Tag versuchten wir unser Glück auch mal mit der Fliegenrute. Da waren wir aber lange nicht so erfolgreich. Es blieb bei einem Biss, den wir nicht verwandeln konnten. Zum Fliegenfischen mussten wir allerdings vorher ein flacheren Seitenarm hinauffahren. Das ging nicht mit den normalen Motorbooten, sondern dafür kamen Jetboote zum Einsatz. Sie werden mit einem austretenden Wasserstrahl angetrieben und für sie ist Grundkontakt kein Problem. Mit diesen Aluflitzern sausten wir von Pool zu Pool durch den meandernden Creek. Über Stellen an denen die Wasseroberfläche durch Geäst oder Geröll durchbrochen wurde, sauste das Jetboot begleitet von heftigen Schlägen einfach drüber. Nach so einer Fahrt bist du erst mal atemlos und staunst nur noch Bauklötze.



An einem Abend wurden dann direkt neben der Lodge selbst gefangene Lachse halb gegrillt und halb geräuchert. Amerikaner sind da sehr praktisch veranlagt. Sie schnitten dazu einfach ein Benzinfass aus Metall der Länge nach mittig über, füllten eine Hälfte mit Kohle, dann Anzünder drüber und angezündet, Rost drauf und erst einmal brennen lassen. Danach wurden die filetierten Lachshälften mit Salz und Zitronenpfeffer gewürzt, auf den Rost gelegt und das Ganze wurde mit der anderen Hälfte des Fasses wieder abgedeckt. Nach einer halben Stunde waren die Fische fertig und... bestimmt ungesund zubereitet aber verdammt lecker.


Nach 12 Tagen war unser Trip schon wieder vorbei und wir waren um die Erfahrung reicher, dass der Fischreichtum Alaskas nach wie vor unglaublich ist, wahrscheinlich nicht zuletzt auch wegen der scharfen Kontrollen.



Beste Fangzeiten auf Lachs:

Königslachs: Ende Mai bis Mitte Juli
Rotlachs: Anfang Juli bis Mitte August
Silberlachs: Ende Juli bis Ende August




Zielfische:



Empohlene Angelmethoden:


Empfohlene Ruten:


  • Solö von Zalt für das Angeln vom Boot (Spin-n´-Glow oder Kwikfish)
  • Hemmarö von Zalt für das Spinnfischen


Empfohlene Rollen:



Empfohlener Köder: