Het Nieuwemeer

 

Einen Tag mit Zanderprofi Peter Duyvelshoff


Wir wollten mit Peter Duyvelshoff, dem mehrmaligen Gewinner des größten niederländischen Zanderangelwettbewerbs NKS, über die Schulter schauen. Peter ist, mit seinem heutigen Alter von über 60 Jahren, ein erfahrener Vollblutangler und Wegbegleiter des heutigen modernen Vertikalangelns. Als ehemaliger Fliegenfischerlehrer begeistert er sich nicht nur für das klassische Raubfischangeln in Europa. Er ist auch ein ausgewiesener Spezialist für Angelabenteuertouren nach Alaska.


Gut, sich einem Profi anzuvertrauen.Peter lud uns ein, schon einen Tag vorher anzureisen, um seine neusten Filmproduktionen anzuschauen. Schon kurz nach unserer Begrüßung schaute er mit einer nachdenklichen Mine durch sein Wohnzimmerfenster direkt auf´s Wasser des Nieuwe Meeres. Er meinte: „Morgen, müssen wir richtig arbeiten, um was zu fangen.“ Und er sollte Recht behalten. Am nächsten Morgen frühstückten wir ausgiebig, wie sich das in den Niederlanden gehört, holländisches "Pappbrot" mit Pindakaas und De Ruijter Schokoflocken. So gestärkt, konnten wir losziehen. Peter´s Boot liegt direkt vor seiner Haustür. Wir luden unsere Vertikalruten ein und ab ging die Post. Das Het Nieuwe Meer ist Peters Hausgewässer. Wenn er nicht gerade auf Angelreisen ist, fährt er fast täglich auf´s Wasser. Er kennt das Gebiet dort wie seine Hosentasche. Das Nieuwe Meer ist etwa 200 ha groß, liegt etwa acht Kilometer entfernt vom Amsterdamer Zentrum und ist Teil des Haarlemmermeeres. Das Gewässer ist für seinen guten Zander- und Hechtbestand bekannt. Diese beiden Fischarten wachsen hier besonders gut ab. Hechte über einen Meter sind keine Besonderheit. Barsche fängt man gelegentlich auch, aber die seltenen großen Exemplare übersteigen dort kaum das Maß von 40 Zentimetern.


Peter gab mit seinem 30-PS-4-Takter Außenborder einmal etwas Gas und nach wenigen Minuten hatten wir die erste gute Stelle bereits erreicht. Er ließ seinen Minn Kota Riptide 80 Elektromotor ins Wasser und wir griffen uns die vorbereiteten Ruten. Am Ende der Ruten waren jeweils 14 Gramm Vertikal-Jig-Head mit kleinen Culprit- und Finisher-Shads, die jeweils am Jigghaken mit Sekundenkleber gesichert waren.


Peter versicherte uns, dass die Farbe des Shads in diesem Gewässer nicht so wichtig sei. Es komme vielmehr ganz entscheidend auf die Führung des Köders an. Und genau die wollten wir uns mal von ihm genauer ansehen. Peter verwendet Auch kleine Zander machen Freude.kurze Standardvertikalruten von Längen um die 1,80 Meter mit Stationärrollen und 0,12er Geflochtener. Er lässt die Schnur ganz normal ab, bis der Köder den Grund berührt. Dann gleitet er mit seinem Boot per Fernbedienung des Minn Kotas, die er sich mit einem Gummiband um den Oberschenkel bindet, relativ schnell über seine Hot Spots. Die Schnur geht dadurch nicht vertikal nach unten, sondern er „schleppt“ fast die Shads, ständig kurz über den Grund taumelnd. Dafür hebt er die Rute immer sofort, bevor der Köder den Grund berührt, fünf bis zehn Zentimeterchen mit einer leicht zuckenden Handgelenksbewegung an und führt den Shad so in Grundnähe. Peter legt keinerlei Pausen bei der Köderführung ein. Er lässt den Shad weder in einer Höhe von 10 bis 20 cm über dem Grund ruhen, noch lässt er ihn über Grund schleifen, wie man vielerorts lesen und hören kann. Wir sprachen ihn auf diesen Stil natürlich an und fragten, wieso er das mache. Er antworte kurz und trocken: Weil er sonst schlechter fange. O.k., wir versuchten, genauso zu machen, wie er. Aber irgendetwas machte er wohl besser. Während er zugegeben mit viel Mühe durch gezieltes Abfahren aller ihm bekannten Hot-Spots, so um die fünf kleine Zander fing (was für ihn wetterbedingt ein grausiges Ergebnis war) und diese sofort schonend wieder zurück setzte, standen wir mit unseren Versuchen, seine Angeltechnik blind zu kopieren, definitiv schlechter da.


Peter setzt den Anhieb nie durch ein schnelles Anheben der Rutespitze, sondern hob die gesamte Rute beim Anhieb parallel nach oben an. Diese Art des Anhiebs sieht erstmal fremdartig aus, führt aber nach seinen Erfahrungen zu deutlich weniger Fischverlust. Peter hatte auch noch viele andere Tipps parat.


Er hält es beispielsweise für einen Fehler, wenn man das Vorfach mit einem Karabiner in die Öse des Jig-Kopfes einhängt. Er knotet sein Vorfach immer direkt an die Öse des Jig-Kopfes. Er ist davon überzeugt, dass man mit einem „lose“ in Mit Köderfisch klappt es auch an extrem heißen Tagen.eine Öse eingehängten Karabiner den Köder nicht so feinfühlig bzw. nicht so präzise führen kann, wie dies erforderlich ist. Peter verwendet auch immer Angsthaken, sogenannte Stinger. Dazu bindet er einfach Vorfachmaterial an einen kleineren Drilling. Das Vorfach selbst hat eine Länge von etwas 6 bis 7 Zentimetern und am Ende knotet er einfach eine Schlaufe, die er mit der Köderfischnadel vom unteren hinteren Ende durch den Gummi-Shad führt und dann über die Öse des Jig-Heads einhängt. Danach knotet er die Hauptschnur bzw. das Vorfach der Hauptschnur an die Öse fest und man kann so den Stinger bei einem Biss nicht verlieren. Die Schlaufe des Stingers wird von der Hauptschnur bei einem eventuellen Abrutschen von der Öse gehalten. Das hat allerdings den Nachteil, dass man den Köder nur noch wechseln kann, wenn man die Schnur von der Jig-Öse löst oder den Gummifisch von diesem abzieht. Peter erklärte uns aber, dass er das so gut wie niemals tut. Er bereitet ein paar Ruten unterschiedlich montiert vor und hat dann einfach in die verwendeten Köder Vertrauen. „Ohne dieses Vertrauen fängst du nicht.“ sagte er, nicht nur einmal.


Geduld zahlt sich aus.Peter erklärte uns, dass das schlechte Fangergebnis sehr untypisch für dieses Gebiet sei und er das aber bei dem Wetter schon befürchtete. Es war an diesem Tag noch heißer als am Tag zuvor. Sein Boot glich einem Kochtopf und wir brüteten bei 30 Grad Celsius im Schatten bei frontaler Sonneneinstrahlung langsam vor uns hin. Kein Windchen regte sich. Bei solchen Wetterlagen sollte man nicht mit schwereren Jig-Köpfen angeln. Besonders wichtig ist es, wenn die Zander - wie an diesem Tag - nur zaghaft beißen, schon beim kleinsten Zupfer den Anhieb zu setzen, sonst verlierst du den Fisch bzw. bekommst ihn erst gar nicht dran. Jig-Köpfe hin und her, ab der frühen Mittagszeit lief mit dem Vertikalen nichts mehr.


Damit der Tag dann doch noch etwas erfolgreicher werden sollte, fuhren wir schnell nach Hause zu Peter und luden alles für das Angeln mit Köderfisch ein. Und siehe da, das schien die Angelmethode der Stunde zu sein. Kurz über Grund fingen wir zahlreiche Zander, doch die ganz Großen erwischten wir nicht, denen war es einfach zu warm.


Dafür aber machten wir einen außergewöhnlichen Fang, der alles andere an diesem Tag in den Schatten stellen sollte. Zunächst merkten wir nach dem Anschlagen, dass es sich um einen kleinen Zander handelte. Doch dann wurde der Zug an der Schnur deutlich stärker. Sollte es doch ein Großer sein? Wir waren gespannt, was wir denn da an der Oberfläche zu sehen bekommen sollten.


Wir hatten tatsächlich einen kleinen Zander an der Angel. Aber den hatte sich beim Einholen ein stattlicher Hecht geschnappt und der war nicht bereit, ihn wieder herzugeben (!). Trotz stark ausgeübten Druck mit der Angel und dem Verstreichen einer längeren Zeit dachte der Hecht nicht im Traum daran, seine Beute, die er hinter der Rückenflossen gepackt hatte, loszulassen. Erst nach einer endlos wirkenden Zeit gab es dann widerwillig und durch ein wildes Platschen im Wasser nach und der Hecht war verschwunden. Wir konnten diesen Kampf um den Zander fotografieren und möchten euch die entstandenen sensationellen Fotos nicht vorenthalten:


Der Hecht packt sich den gehakten Zander.


Und möchte mit ihm in die Tiefe.


Trotz Gegenwehr lässt er nicht los.


Ein großes Platschen und er gibt auf.


Wir wurden also an diesem Tag doch noch reich belohnt.




Peter Duyvelshoff ist einer der erfolgreichsten Pioniere des modernen Angelns auf Zander in den Niederlanden. Es gibt derzeit keinen anderen Sportfischer in den Niederlanden, der so viele 1. und und 2. Plätze bei niederländischen Angelwettbewerben auf Zander gewonnen hat, wie er.


Auch Du kannst mit Peter Duyvelshoff angeln gehen. Nähere Infos dazu findest Du unter seinen Seiten  http://www.snoekbaarsgids.nl



Auf deinen Touren zum Vertikalangeln empfehlen wir dir:


Vertikalrute:  VERTICAL STAR von Lucky Lures


Schnur:          JigLine MX8 von Momoi und SUPER-LINE von PowerPro


Vorfach:         Field-Chaser von Momoi


Köder:            King-Shad von ShadXperts


Jigs:               Erie-Jig-Heads und Rundbleiköpfe von Gamakatsu