Fegensee

 


Im Sommermonat Juni stürzten wir uns in ein Kanuabenteuer. Als Ziel hatten wir das südschwedische Fegengebiet ausgemacht, welches wir mit unseren Kanadiern und Zelten unsicher machen wollten. Vor uns lag eine Strecke von etwa 100 Kilometern. Fürchten Auch in Schweden nicht an der Tagesordnung.mussten sich die Fische im Nordre Svansjön, Södre Svansjön, Fegen- und Kalvsee und in den Flüssen Spångan, Lillån und Ätran. Gleich zu Beginn der Tour, bekamen wir einen Geschmack von dem Fischreichtum eines der saubersten Gewässer Schwedens: dem Fegensee. Nachdem wir unsere Kanadier bis oben hin mit allem, was man so für eine Woche Zelt- und Angelurlaub so braucht, voll gepackt hatten, machten wir als Erstes unsere Schleppangeln klar und los ging´s: mit soliden Tiefgang und so mancher Dose Bier. Obwohl die Mittagshitze brannte, konnten wir bereits zu Beginn unserer Tour in dem eher flachen nördlichen und südlichen Svansjön bereits zwei kleinere Hechte an die Haken bekommen. Wir setzten sie zurück und freuten uns mit den Fischen des Lebens. Da wir vier hungrige Mannsbilder satt kriegen mussten, hofften wir auf fettere Beute. Unsere Hoffnungen wurde nicht enttäuscht. Nachdem wir im flachen Wasser diverse Hänger hatten, die allesamt leicht zu lösen waren, steuerten wir die Insel „Vinnö“ im Vestra Fegen an, um dort unseren Lagerplatz aufzuschlagen. In diesem Teilstück konnten wir tiefer gehende Wobbler einsetzen.


Kurz bevor wir einholen wollten, um anzulanden, rief Guido: „Mist schon wieder ein Hänger“. Er verwendet beim Schleppangeln ausschließlich Geflochtene sowie Stahlvorfächer und spürte so schnell, dass der Hänger schlug. Dumpf und langsam. Das ist ein dicker Bengel, hörten wir. Als wir einen enorm großen Zander durch die Oberfläche schimmern sahen, klopften unsere Herzen. Der Zander machte es Guido nicht leicht. Normalerweise geben sie ja schnell auf, aber der? Nachdem Guido ihn endlich müde gedrillt hatte, konnte er ihn durch eine Handlandung in den Kanadier heben. Geschafft: Ein gigantischer Lümmel! Was für ein Gefühl. Gefangen auf einen Turus Ukko Wobbler in der Farbkombination Blau/Weiss/Silber.


Wo darf man das noch? In Schweden!Am nächsten Tag bereiteten wir den Zander auf dem Feuer zu. So gestärkt brachen wir in einen Teil des Fegensees auf, in dem Guido vor Jahren an ähnlich heißen Junitagen, früh morgens zahlreiche größere Hechte überlisten konnte. Was ihm diesmal leider nicht gelang. Nun gut, so plünderten wir – an unserer neuen Lagerstelle angekommen – unsere mitgenommenen Vorräte, was dem Tiefgang unserer Boote zu Gute kam. Wenig später konnte auch ein Angelneuling, den wir mitnahmen, seine ersten beiden Hechte im Leben in den Händen halten. Ein Mann mehr auf diesem Globus, der fortan vom Angelvirus befallen ist. Beide Hechte bissen auf relativ schnell geführte Wobbler mit einer Lauftiefe von vier bis fünf Metern. Danach wollten wir, weil wir ein bisschen getrödelt hatten, „Kilometer machen“. Daher kam hier das Angeln zu kurz. Am nördlichsten Punkt des Fegensees suchten wir in einem dichteren Schilfgebiet den Übergang vom Fegensee zum Flüsschen Spångan. Dieses erreicht man nach einer Brücke an einem Natur pur.Wehr. Man muss die Boote dort umtragen. Ein mitgeführter Bootswagen erwies sich hier als sehr nützlich. Der Spångan ist einer der schönsten Bäche, die wir je befahren haben. Er ist zwar nur drei Kilometer lang, aber die drei Kilometer haben es in sich. Zwischen seinen mit Schilf bewachsenen Ufern mäandert der Spångan mal ruhig und etwas breiter und mal schmal und etwas schneller durch eine verträumte Wald- und Wiesenlandschaft. Es roch förmlich nach Fisch und es war eine Schande, die Angel nicht raushalten zu können. Aber wir mussten weiter zum nächsten Lagerplatz. Am Spångan kann man bestimmt wahre Traumstunden verbringen und mit dem CROC von Gibbs-Delta schöne Barsche und vielleicht auch Döbel fangen. Leider konnten wir das nicht herausfinden. Der Spångan mündet in den Stångan. Ein unansehnlicher Fluss, welcher – wie es scheint – zuviel Eintrag von der Landwirtschaft abbekommt. Hier hatten wir ans Angeln erst gar nicht gedacht. Nach einer nicht enden wollenden Fahrt kamen wir schließlich an unserem weiteren Etappenziel an: dem Kalv-Sjö. Wir fuhren dabei über ein breites Flachwassergebiet mit zahlreichen Wasserpflanzen, welches uns wie ein strahlendes Eingangstor erschien. Ein paar Kilometer weiter erholten wir uns erst einmal in einem toll geführten Campingplatz und freuten uns auf eine warme Dusche.

Kleine Hechte solltest du zurück setzen.Die zwei darauf folgenden Tage verbrachten wir an einem einsamen Sandstrand ein paar Kilometer südlich des Campingplatzes. Auf Wobbler hatten wir keinen einzigen Biss mehr. Wir mussten uns also etwas einfallen lassen. Nachdem wir uns ein paar Köderfische gefangen hatten, wechselten wir also die Methode. Und siehe da, nachts konnten wir zwei stattliche Zander mit Köderfisch auf Grund erbeuten und in die Pfanne hauen. Auch auf der Rückfahrt in den nördlichen Teil des Kalv-Sees, wo dieser in den Lillån übergeht, erwies sich das Schleppangeln als nicht erfolgreich. Erst im Lillån bekamen wir wieder mehrere Bisse auf flach laufende Wobbler der Marke Bomber und kleine Tormentor-Wobbler der Marke Abu erwiesen sich als der Renner. Es bissen vorwiegend kleinere Hechte. An einem nachts auf Grund ausgelegten Köderfisch, machte sich im Lillån diesmal kein Zander sondern ein dicker Aal zu schaffen.

Hier ist Muskelkraft gefragt.Um den Lillån weiter befahren zu können und in den Ätran zu gelangen, muss man die Boote um ein kleineres Kraftwerk tragen. Insgesamt so um die 300 Meter! Ohne den faltbaren Transportwagen wären wir an dieser Stelle aufgeschmissen gewesen. Damit nicht genug. Zusätzlich mussten wir die Kandier über ein Schienensystem aus Holz so um die zehn Meter abwärts bugsieren. Im Ätran angekommen, war mal wieder der einteilige, weiss-rote „Bomber“ der Hit. Ein schwerer Hecht nahm sich den Köder und konnte nach längerer Zeit bis ans Boot gedrillt werden. Jedoch war kein Kescher zur Hand und der Drilling saß nur am äußeren Rand des Hechtmaules. Meister Esox nahm seine letzte Kraft zusammen und machte einen hohen Satz in die Luft, schlug mit seinem Kopf hin und her und der Wobbler flog in hohem Bogen in Richtung Boot. Wir hatten ihn verloren. Da dies der letzte Tag war und wir keine Möglichkeit gehabt hätten, den Hecht zuzubereiten, waren wir gar nicht so traurig darüber. Das schöne Bild des springenden Hechtes war uns Lohn genug und bleibt sicher unvergessen.

Als abschließende Krönung der Angeltour mussten wir noch die Stromschnellen nördlich von Strömsåsen überqueren. Eine Fahrt durch diesen Flussabschnitt mit den doch noch sehr beladenen Kanadiern war unmöglich, so dass wir die Boote unbemannt mit Seilen flussabwärts durch das Wasser führen mussten. Hinter den Stromschnellen, gab es zwei Pools, die uns an das Lachsfischen in Alaska erinnerten. Es muss mit dem Teufel zugehen, wenn dort kein Fisch stehen würde, was wir aber aus den bekannten Zeitgründen nicht mehr herausfinden konnten. In diesem Teil des Ätrans wird es aber keine Lachse geben, da sich flußabwärts dieser Pools ein größeres Kraftwerk befindet. Der untere Teil des Ätrans bei Falkenberg ist jedenfalls für seine stattlichen Lachse bekannt.


Aktuell hat ein weiterer Köder nicht nur am Fegen seinen Siegeszug angetreten, sondern zunächst im gesamten skandinavischen Raum und jetzt auch in Mitteleuropa: der KARIKKO-Wobbler. Mit ihm lassen sich in der 13-cm-Version am Fegen-See und Kalv-See gezielt schwere Zander fangen und in den 18-cm- und 24-cm Versionen werden regelmäßig beim klassischen Schleppangeln mit und ohne Schlepphilfen kapitale Hechte erbeutet.


Jedem, der die Natur liebt und ab und zu mal einen schönen Raubfisch an der Angel haben möchte, kann ich die Region um den Fegen See nur wärmstens ans Herz legen. Die Fische hüpften einem aber nicht ins Boot. Man musste sie sich verdienen. Dies lag aber vor allem daran, dass vom Beginn bis zum Ende der Tour das Wetter ungewöhnlich heiß war. Letztlich hatten wir aber genau das, was wir uns erträumten: Natur pur, schöne und vor allem leckere Fische garniert mit einer guten Portion Abenteuer. Erstaunlich ist dabei, wie leicht es einem fällt, auf den Outdoor-Betrieb umzuschalten und wie schwer es einem dann wieder fällt, in den Büroalltag überzuwechseln...






Infoblatt Fegen-See und Kalv-See:


Zielfische:


Hecht, Barsch, Zander


Mindestmaß:


Hecht: 40 cm (Entnahme: maximal 3 Hechte)

Zander: Keine Beschränkung


Höchstmaß:


Hecht: 75 cm (Entnahme: maximal 3 Hechte)

Zander: Keine Beschränkung


Angelerlaubnis Fegen-See:


Tag 50,00 SEK

Woche 200,00 SEK

Jahr 500,00 SEK


Touristenangelerlaubnis: 1 Woche im Fegen- und Kalvsee sowie im Nordre Svansjön und Södre Svansjön


Touristenangelerlaubnis online bestellen: hier.



Bezug der Angelerlaubnis/Gewässerkarte Fegensee und Kalv-See über:


Fegenkiosk Kanu & Angelcenter

Uhlabovägen 1

310 62 Fegen


Empfohlene Angelmethoden:



Empfohlene Köder:



        Empfohlene Ruten:


        Schleppen: TROLLING & SPINNING STAR von Lucky Lures

        Vertikalen:  VERTICAL STAR von Lucky Lures


        Empfohlene Rollen:



        Empfohlene Schnur + Vorfachmaterial:



         Empfohlenes Equipment:



        Um zu erfahren, welche Ausstattungsgegenstände für uns bei dieser Tour besonders nützlich waren, klicke bitte einfach auf unseren Ausstattungsbericht.


        Zu allen wissenswerten Informationen und Bestimmungen rund um das Angeln in Schweden geht es hier:


        Interner Link zu den Infos zum Angeln in Schweden.








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