Wels

 

Wels (Silurus glanis)


Der europäische Wels lässt sich so gar nicht in die klassische Raubfischschublade einordnen. Ausgewachsen erinnert er einen eher an ein urzeitliches Monster. Allein sein riesiger Kopf mit seinem gigantischen Maul macht schon einen großen Teil seines Körpers aus. Das Maul ist groß genug, auch kleinere Säugetiere zu verschlucken. So werden immer wieder Gerüchte verbreitet, dass diesem Fisch etwa im See schwimmende Schoßhündchen oder Ähnliches zum Opfer fielen. Insbesondere sein Flossensaum und das Fehlen jeglicher Schuppen hebt ihn vollends von den „normalen“ Süßwasserfischen ab.


Da kann der Drill schon mal länger dauern.Hinzu kommt, dass der Wels nicht gerade eine Schönheit ist. Meistens hat er im Rückenbereich unterschiedliche tiefbraune Töne und das braun gescheckte Muster wird zum Bauch hin immer heller. Er hat im Vergleich zu seiner Körpergröße nwinzige Augen und am Unterkiefer vier unbewegliche kurze Barteln und zwei bewegliche lange Barteln an den Mundwinkeln, mit denen er auch nachts oder in dunklen Gewässerschichten alles abtasten und so zu seiner Beute finden kann.


Schon diese Merkmale zeigen, dass der Wels optimal für die Jagd zur Nachtzeit und in den Dämmerungsphasen ausgestattet ist. Er ist kein Sichtjäger, Tageslicht spielt für ihn nur insoweit eine Rolle, als er von seinem Beutefisch bemerkt werden kann. Als weitere Besonderheit kommt hinzu, dass der Wels besonders auf Geräusche an der Wasseroberfläche reagiert. Er hat ein außergewöhnliches Hörorgan, welches ihm zusammen mit den Seitenlinienorganen eine perfekte Wahrnehmungsmöglichkeit außerhalb des Sehens verleiht.


Welse leben nach ihrer Kinderstube vor allem von kleineren Fischen als sie selbst, die sie ohne Mühe aufspüren und ohne große Verfolgungsjagden einfach einsaugen können. Der Futterfisch bemerkt seinen Räuber in der Regel erst, wenn es zu spät ist. Er sich also aus dem von Bürstenzähnen gesäumten Maul des Welses nicht mehr befreien kann. Je nach Größe der Welse ist für sie selbst ein armlanger Karpfen eine mundgerechte Beute. Welse schnappen sich also jeden Portionsfisch den sie kriegen können und so sollte man sich gut überlegen, in welchem Gewässer ein Besatz sinnvoll ist.


Was viele Menschen davon abhält, in Gewässern mit einem guten Welsbestand zu baden, ist das, was den Angler gerade lockt. Welse können zu wahren Giganten heranwachsen. Über Größen von über 2,50 Metern Länge wird immer wieder berichtet. Diese Größen werden erreicht, da der Wels Zeit seines Lebens wächst und Waller über 60 Jahre alt werden können. Klopper über 1,80 Meter Länge sind natürlich auch nicht so schnell in den Kescher zu bewegen. Sie haben enorme Kraft und Ausdauer. Drills von über 30 Minuten sind keine Seltenheit. Wer allerdings jetzt spannendste Drills mit Sprüngen, Megafluchten etc. erwartet, der wird enttäuscht sein. Gehakte große Welse werden nur selten hektisch oder panisch. Sie arbeiten eher mit konstanter Kraft und ihrem Gewicht. Es kommt einem dabei schon mal der Spruch in den Sinn: "In der Ruhe liegt die Kraft". Und mit dieser Methode bleiben große Welse auch oft der Sieger. Ist die Schnur zu dünn, sind die Wirbel zu schwach, das Gerät insgesamt auf solche Belastungen nicht ausgerichtet, oder aber, der Angler wird nervös, dann bleibt dieser oft Schneider.


Handschuhe sind hier sinnvoll.

Wenn du allerdings große Welse in größeren Tiefen gehakt hast und sie nach einem endlos erscheinenden Drill nahe zur Oberfläche gebracht hast, lassen sie Luftblasen aufsteigen. Diese zeigen Dir an, dass der Kampf sich seinem Ende nähert, da der Wels bald aufgeben wird. Die Blasen stiegen auf, da der Wels den Druck ausgleicht, der sich durch den für ihn ungewöhnlichen Höhenunterscheid aufgebaut hat. Bei der Entnahme der Fische solltest du wegen der Bürstenzahnreihen immer einen Handschuh anziehen. Die Bürstenzähne sehen auf den ersten Blick harmlos aus, fast wie eine Teppichfläche. Doch sie sind rasiermesserscharf und wenn du nicht aufpasst, sind deine Finger schnell perforiert und blutig. Große Welse sind allerdings reine Trophäenfische, die man nach ihrem Fang üblicherweise zurücksetzt. Ihr Fleisch schmeckt tranig. Fische bis knapp über einem Meter sind dagegen sehr schmackhaft und es spricht nichts dagegen, sie gelegentlich in den Backofen wandern zu lassen. Der europäische Wels wird wegen seines leckeren Fleisches im Kinderstubenalter und seines in der Anfangsphase schnellen Wachstums gern gezüchtet. Sein Vertrieb in Handelsketten hat sich landesweit durchgesetzt.


Dieser Wels biss auf einen Nils Master Invincible!Das natürliche Verbreitungsgebiet der Welse lag ursprünglich im mitteleuropäischen Bereich unter Ausschluss des skandinavischen Raums, Italien und Spaniens. Sie wurden aber zwischenzeitlich in vielen Flüssen und Seen eingesetzt, so dass sich ihr Verbreitungsgebiet über fast alle euopäischen Länder erstreckt. Die Versuche Welse im skandinavischen Raum zu beheimaten sind jedoch weitestgehend gescheitert. Bemerkenswert ist, dass die Länder Spanien und Italien, die sich jetzt als Eldorados für Welsangler etabliert haben, keinen natürlichen Bestand an dieser Fischart haben. Welse lieben wärmere und futterreiche Regionen. Daher bieten die Gebiete und Staubereiche des spanischen Ebro und der italienischen Fluss Po beste Voraussetzungen und dort erreichen Welse leicht Größen von weit über zwei Metern. Hier ist es auch nicht ungewöhnlich diesen nachtaktiven Jäger mitten am Tag zu erwischen. Das liegt zum einen an der dort vorhandenen großen Dichte der Welse und zum anderen daran, dass man Welse beispielsweise im Ebrogebiet in größeren Tiefen nachstellen kann. Dort, wo das Wasser zusätzlich eingetrübt ist, findet der Wels beste Jagdbedingungen vor, und so kann man dort auch tagsüber gezielt auf Wels gehen.


Welse vermehren sich ab einer Wassertemperatur von etwa 20 Grad Celsius. Je nach Lage des Gewässers ist diese Temperatur früher oder später erreicht, so dass der Zeitraum des Laichgeschäfts je nach Gebiet und Wetterlage von April bis August reichen kann. Wie bei vielen Aquarienwelsen auch, erfolgt die Eiablage in einem Nest und das Männchen bewacht bis zum Schlüpfen die Eier und und umspült diese möglichst mit frischem bzw. sauerstoffangereichertem Wasser. Nach dem Schlüpfen leben die Welse zunächst von ihrem Dottersack und schwärmen dann aus, um sich von Kleinstlebewesen zu ernähren. Nach einem Jahr erreichen sie bereits Größen von etwa einem halben Kilo und stellen eine echte Gefahr für die meisten Brut- und Kleinfische dar.



Empohlene Angelmethoden:



Empfohlene Gewässer:



Empfohlene Rute:



Empfohlene Rolle: