Zander

 


Zander (Stizostedion Lucioperca)


Die auffälligsten Kennzeichen des Zanders sind seine beiden vorderen Eckzähne jeweils am Ober- und Unterkiefer, die einen direkt an einen Vampir erinnern und seine Augen, die bei Lichteinfall hell aufleuchten. Hinzu kommen seine beiden hintereinander liegenden Rückenflossen. Sie sind ein untrügliches Kennzeichen dafür, dass es sich hier um einen Vertreter der Barschartigen handelt.

Zander sind Prachtburschen.Zander haben im Vergleich zum Hecht einen eher kleinen Kopf und dahinter einen robusten und kräftigen Körper. Die eingeschränkte Größe des Mauls hat zur Folge, dass für Zander größere Beutefische, die für einen ausgewachsenen Hecht kein größeres Problem darstellen, ausscheiden. Was selbst durch den Saugeffekt durch das Öffnen des Mauls des Zanders nicht hindurch passt, wird auch nicht angegriffen. Angelst du also mit zu großen Ködern, wirst du Schneider bleiben. Zander sind durch ihr silbrig/graues Erscheinungsbild unverkennbar. Ihr Rücken ist dunkelgrau eingefärbt und weist dort teilweise zaghafte Ansätze für die für Barsche typischen Streifenmuster auf. Diese Einfärbung endet zur Seitenlinie, die bei Zandern sehr hoch liegt. Von da an geht es schnell ins Silbrige über, bis es zum Bauch hin, wie bei den meisten heimischen Raubfischen üblich, weiß wird. Im nordamerikanischen Raum gibt es einen Artverwandten, der sich in seiner Körperform nur leicht vom Zander unterscheidet. In ihrer Farbgebung weichen beide Arten jedoch stark voneinander ab. Es handelt sich bei der nordamerikanischen Form um den "Walleye". Walleyes tragen überwiegend ein graumeliertes Schuppenkleid und haben keine silbrigen Flanken, sie unterscheiden sich aber in ihrem Jagd- und Fressverhalten kaum. Daher konnten die Europäer bei den Angelmethoden auf das breite Wissen der Amerikaner zurückgreifen, da der Walleye einer der beliebtesten amerikanischen Zielfische ist. So ist beispielsweise das Vertikalfischen mit Gummiködern und das Fischen mit Drop-Shot-Montagen von Amerika nach Europa rüber geschwappt.


Deutlich zu erkennen: die Vampirzähne.Es ist gar nicht so lange her, da war es noch etwas Besonderes, wenn man einen schönen Zander fing. Man stellte ihm überwiegend mit Köderfischen nach. Seitdem sich Kunstköder und vor allem Gummiköder am Markt durchgesetzt haben, hat sich das jedoch schlagartig geändert. Auch der starke Wandel seines Bestandes hat dazu geführt, dass vermehrt Zander an den Haken gehen. Ihr natürliches Vorkommen war noch vor wenigen Jahrzehnten in Deutschland auf wenige Gewässer beschränkt. Doch das zarte, hellweiße und geschmacklich so leckere Fleisch des Zanders und seine fast grätenfreien Filets sorgten für einen regelrechten Siegszug, auch in die Gourmetküchen. Er wurde so in den unterschiedlichsten Gewässern zumeist eingesetzt. Dort vermehrte und verbreitete sich der Zander oft sehr schnell. Das liegt daran, dass sein Hauptkonkurrent, der Hecht, sich in den industrialisierten Ländern nur noch kaum auf natürlichem Wege vermehren kann. Die vom Hecht für das Laichgeschäft benötigten Flachwasserzonen mit konstanten Wasserstand und bestenfalls einem guten Pflanzenbestand gingen und gehen immer noch zunehmend zurück.


Der Zander bevorzugt Laichgebiete in bis zu fünf Metern Tiefe. Dort wird der Laich in Gruben abgelegt und vom Männchen bewacht, bis die Jungfische ihren Dottersack aufgebraucht haben und selbständig auf die Jagd gehen. Zander fühlen sich in trübem Wasser besonders wohl und sind geschickte Jäger. Sie sind entgegen einer früher vertretenen Meinung auch im Winter auf Beutezug und erreichen bei gutem Futtervorkommen sehr schnell stattliche Größen von einer maximalen Länge bis etwas über einem Meter.


Der muss noch wachsen.

Vom Drill her gesehen, gelten Zander eher als unspektakulär. Bei größeren Zandern kann es mal spannender werden, es kommt bei ihnen vor, dass du zunächst denkst, du hättest irgendeinen Unrat gehakt. Der Zander bewegt sich dann überhaupt nicht, macht sich möglichst steif und lässt sich bis in die Nähe des Bootes oder Ufer ziehen. Du siehst dann unter Wasser gerade noch einen Zander schimmern, meinst ihn schon in deinen Händen halten zu können. Und dann, nimmt er völlig unerwartet all seine Kraft zusammen, wehrt sich kurz aber heftig mit wilden Schlägen und verabschiedet sich mit lautem Geplätscher. In solchen Fällen ist also Vorsicht geboten und du solltest dann immer auf einen großen Bengel gefasst sein. Meistens jedoch sind Zander bereits nach einem kurzen Drill völlig verausgabt und wenn sie sich dann entkräftet bäuchlings an die Wasseroberfläche ziehen lassen, kannst du sie problemlos, wie einen nassen Sack, per Handlandung aus dem Wasser heben.

Hier musst du allerdings, wie bei allen anderen Barschartigen auch, ein bisschen aufpassen. Die vorderen Strahlen der beiden Rückenflossen sind sehr spitz und hart. Du solltest den Zander also nie so anfassen, dass sich die Stacheln in deine Hand bohren können, wenn er sich doch mal wehren sollte.


Ein dicker Zander aus Schweden.Seine beiden „Vampirzähne“ sind gute Indikatoren für seine Größe. Je weiter sie auseinander liegen, je kapitaler ist der Fisch. Bei Wobblern kannst du daher oft an den Biß-Spuren erkennen, wie groß dein Zander war, der dir durch die Lappen ging. Seine Augen sind typisch für Fische, die gerne in Bereichen ohne viel Licht oder auch nachts jagen. Sie sind im Verhältnis zum Kopf besonders groß und schimmern im Licht glasartig. Sie können ihre Beute noch sicher erkennen, wenn wir Menschen nur noch wenig bis gar nichts mehr ausmachen können. Daher kann man Zander auch noch gut in größeren Tiefen fangen. Worauf der Zander letztlich reagiert, auf Kontraste, Bewegungen, Geruch oder doch Farben ist unter Anglern umstritten. Es gibt erfahrene Zanderangler, die  davon ausgehen, dass die Farbe hinter einer guten Köderführung völlig zurücktritt. Taucher haben schon oft das agressive und furchtlose Verhalten von Zandern beobachten können. Selbst wenn sich ein Erwachsener Taucher unter Wasser nähert, heißt das noch lange nicht, dass sich der Zander zurückzieht. Zander neigen dazu, etwas, was ihnen unbekannt ist und sie nicht von der Größe her abschreckt, zu attackieren. Diese Verhaltensweise kann der Raubfischangler nutzen. Soweit man also einen Kunstköder in der Nähe eines Zanders präsentiert und dieser Köder nicht sofort wieder aus seinem Blickfeld verschwindet, kann es gut sein, dass der Zander zupackt. Und das nicht, um Nahrung aufzunehmen, sondern um dieses "ungeliebte etwas" zu untersuchen bzw. zu vertreiben. Du solltest es daher unbedingt mal mit dem Vertikalfischen versuchen. Bei dieser Angelmethode reizt man selbst Zander, die eigentlich gar nicht auf Nahrungssuche sind, ihnen geht einfach der lästige Köder auf die Nerven, die da vor ihnen rumbaumeln und dann schnappen sie zu.


Strahlendes Silber an der Oberfläche.

Zander bevorzugen, wie gesagt, trübe Gewässer, da sie für diesen Lebensraum geradezu ideal angepasst sind. Sie versammeln sich in Rudeln, solange sie das Maß von 70 bis 80 Zentimetern nicht übersteigen. Größere Exemplare sind oft Einzelgänger. Zander halten sich sehr gerne in bodennahen Regionen auf. Jedoch zu bestimmten Jahreszeiten und dann, wenn sie in anderen Gewässerschichten leicht Beute machen können, kannst du sie eigentlich überall überlisten. Es wird auch von Fängen in kniehohem Wasser berichtet. In tieferen Seen im Sommer beispielsweiße ist er unterhalb der Sprungschicht in sauerstoffarmen Regionen des Wassers kaum bis gar nicht zu finden.


Zander sind echte Prachtburschen.Im Sommer ist der Zander aktiver als im Winter. Solange sich die Wassertemperatur vom Frühjahr bis zum Frühsommer unterhalb der 20-Grad-Marke befindet, verteilen sich die Zander langsam zu den Flachwasserzonen hin und jagen dort nach Friedfischen. Zander sind daher im Sommer schwerer zu finden, als im Winter. Bei Temperaturen über 20 Grad ziehen sich die Zander jedoch wieder aus den Uferbereichen zurück und sind insgesamt schwerer an den Haken zu bekommen. Der Zander bevorzugt im Sommer Bereiche, die sauerstoff- und nahrungsreich sind. Besonders Kanten, Flusseinläufe und Strudel ziehen Zander magisch an. Im Sommer kommen die Bisse wesentlich stärker als im Winter. Zander sind im Frühsommer nach der Laichzeit relativ abgemagert. Sie müssen sich dann wieder Winterspeck Überall auf dem Vormarsch.anfressen. Sie haben daher in dieser Zeit nur eins im Kopf: Nahrungssuche. Hauptnahrungsbestandteil sind im Sommer kleinere Fische, insbesondere Weißfische. Daher solltest du im Sommer tendenziell kleinere Köder (5 – 10 cm) verwenden, als im Herbst/Winter, wenn wieder größere Köder genommen werden.


Die Zander stehen im Winter oft grundnah in Tiefen ab 8 bis 10 Metern. Sie sind zu dieser Jahreszeit schön dick und haben sich viel Speck angefressen. Oftmals konzentrieren sie sich dann an wenigen Punkten in großer Zahl. Du musst also einfach „tiefe Löcher“ mit dem Echolot absuchen, bis es schnackelt.


Zanderangler sollten aber immer dann vorsichtig sein, wenn sie in großen Tiefen fischen. Zwar versammeln sich gerade im Winter Zander oft in Tiefen von bis zu 15 Metern. Sie sind dort auch besonders einfach und zahlreich zu erbeuten. Jedoch bedeutet der schnell durchgeführte Drill zur Oberfläche aus solchen Tiefen den sicheren Tod des Tieres. Dem dadurch entstehenden Druckunterschied hält ein Zander nicht stand. Durch die Änderung der Druckverhältnisse wird die Schwimmblase bis zum Maul hoch gepresst. Solche Zander müssen dann schnellstmöglich getötet werden. Es muss einem dabei klar sein, dass solche Fische zu entnehmen sind und man, wenn man die erlaubte Tageshöchstmenge an Zandern erreicht hat, das Angeln wieder einstellen muss.


Im Winter erfolgen die Bisse oft nur als leichter Zupfer. Du musst also mit feinem Gerät angeln um die Bisse zu erkennen und sehr früh anschlagen, um die Zander zu haken. Der Einsatz von Fluoro-Carbon-Vorfächern hat das angeln auf Zander schließlich noch erfolgreicher werden lassen. Mit diesem Wundermaterial, welches für viele Angler bereits zum Angel-Standard gehört, kannst Du selbst misstrauische und erfahrene Großzander an den Haken bekommen. 



Empohlene Angelmethoden:



Empfohlene Gewässer:



Empfohlene Ruten:


Vertikalangeln:                      VERTICAL STAR von Lucky Lures

Spinnfischen:                         SPINNING STAR von Lucky Lures

Schleppangeln:                      TROLLING & SPINNING STAR von Lucky Lures

Grundangeln:                         SPINNING STAR von Lucky Lures



Empfohlene Rollen:



Empfohlene Schnur:




Empfohlene Köder:



Empfohlenes Zubehör: